Das Kraftwerk

Der Standort dieses Kraftwerks war ganz bewusst hier gewählt worden. Was benötigt man um so etwas zu betreiben? Reichlich Wasser zur Kühlung und um Dampfturbinen zu betreiben und einen entsprechenden Brennstoff. Neben dem angrenzenden Fluss, gab es hier auch noch ein gutes Schienennetz um das Kraftwerk mit allem benötigten zu Versorgen.

Im Jahr 1908 fingen die Planungen für das Kraftwerk an. Anfang 1911 wurde eine Aktiengesellschaft gegründet um Kapital für die Errichtung einzusammeln. Mit der Errichtung des Kraftwerks und dem erforderlichen Stromnetz wurde die AEG beauftragt. Das städtische Kabelnetz wurde als 6 kV Netz gebaut. Die Verteilung und die Schaltzentrale wurden 1912 fertig gestellt. Im Sommer 1913 wurde der große Schalter umgelegt und das Kraftwerk ging ans Netz. Eine 5000 PS starke Dampfturbine erzeugt anfänglich den Strom. Drei Jahre später kam eine weitere Dampfturbine mit 13.000 PS dazu. Somit war eine flächendeckende Energieversorgung für 8 Städte, über 80 Gemeinden und weitere landwirtschaftliche Güter gesichert. 

Im Jahr 1923 übernahm eine andere Aktiengesellschaft Die Ag des Kraftwerks und weitete dadurch das Stromnetz in dem Gebiet noch deutlich aus. Ab 1924 lief das Kraftwerk nur noch als Spitzenlastkraftwerk, sowie Umspann- und Verteilerstation für die größeren Kraftwerke. In diesem Jahr produzierte das Kraftwerk nur noch 4,1 Mio. kWh. Das waren rund 3,5% der möglichen Erzeugungsleistung. Wirtschaftlich war der Betrieb nicht mehr und so ging die Anlage 1929 außer Betrieb. Die Funktion als Umspannwerk und Schaltzentrale blieb jedoch bestehen. 

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Anlage, sowie große Teile des Stromnetzes von den russischen Besatzern demontiert und in die Sowjetunion gebracht.  Erst in den 50er Jahren war das Stromnetz wieder stabil und erneuert. Das Kraftwerk tat noch seinen Dienst bis in die 70er Jahre als Schalt-, Umspann- und Verteileranlage. Durch die Umstellung der Stromnetze von 6kV auf das neue 20kV Netz waren die Schaltanlagen nicht mehr zu gebrauchen. Die Anlage ging vollständig vom Netz. Bis 1990 wurde das Gebäude als Verwaltungssitz eines VEB genutzt. Das ehemalige Kesselhaus diente als Lager. Nach dem Ende der DDR wurde das Gebäude als Werkstatt und Fahrzeughalle genutzt. Später wurde das Objekt noch bis 1988 von einer Baufirma genutzt. 

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