Das Textilwerk
Als Zweigbetrieb der VEB Kleiderwerke nahm das Textilwerk 1972 seine Tätigkeit auf. Mit rund 60 Betriebsangehörigen, überwiegend Hausfrauen, ging es hier los. Alle waren erfreut, da es hier lange an Arbeitsmöglichkeiten für Frauen in der Gegend mangelte. Das Textilwerk befand sich im Industriegebiet der Stadt, in der Nähe eines ehemaligen Bahnhofs, der als lokaler Güterumschlagspunkt genutzt wurde. Auf einem über 12000 qm2 großen Gelände wurden damals von der VEB Bau die Gebäude errichtet. Auf Grund von Knappheit von Baustoffen, sind die Gebäude mit verschiedenen Baustoffen und Stilen errichtet worden.
Die Produktion umfasste hier Hosen, Mäntel sowie Uniformen. Die finale Fertigstellung des Textilwerks dauerte jedoch bis in das Jahr 1976. Ziel war es hier pro Jahr über 180.000 Kleidungsstücke herzustellen. Wie in so vielen Betrieben der DDR wurde hier rund um die Uhr im Schichtbetrieb gearbeitet. Bis zum Mauerfall wurde hier auf Hochbetrieb gearbeitet. Es wurden sogar Modestücke für Westdeutsche Betriebe wie Karstadt, Quelle und Neckermann hergestellt. Das war nichts neues. Viele Sachen wie auch Möbel wurden in der damaligen DDR hergestellt und über die o.g. Unternehmen verkauft.
Durch die Wende und den neuen marktwirtschaftlichen Bedingungen änderte sich alles. Der Bedarf an Uniformen, sowie DDR-Mode brach von heute auf morgen ein. Der Stammbetrieb in einer anderen Stadt wurde 1990 geschlossen. Die Werkgebäude wurden dort zwischen 2005 und 2009 abgerissen. Die Gebäude diese Textilwerks blieben jedoch bestehen. Eine Privatisierung des Betriebs scheiterte. Am Ende der Produktion wurden sich die Gebäude selbst überlassen. Nach der Insolvenz gab es diverse Besitzerwechsel. Im Jahr 2013 gab es eine Versteigerung der Gebäude, die eine Einnahme von 2.500 Euro erbrachte. Geplant war der Umbau für altersgerechten Wohnraum. Bei der Planung blieb es aber, wie so häufig. Im Jahre 2018 gab es eine neue Versteigerung. Diesmal erzielten die Gebäude einen Erlös von 70.000 €. Wahnsinn wie sich eine Ruine im Wert entwickeln kann. Aber auch danach tat sich mit den Gebäuden nichts. Scheinbar wurde die Anlage zum reinen Spekulationsobjekt.






























































































