Die Kinderheilstätte
Im ersten Viertel des 20. Jhs. wurde die Heilstätte in einer Bauzeit von rund 3 Jahren errichtet. Der Betrieb lief rund 67 Jahre. Zunächst wurde nur Tuberkulose behandelt. Später wurden auch weitere Lungenkrankheiten von Kindern behandelt. Neben dem Hauptgebäude gab es eine Gärtnerei, zwei Wohnhäuser für die Ärzte, die Chefarztvilla, eine Isolierstation und ein Schulgebäude. Daas Gelände umfasst eine Größe von rund 21 Hektar.
Luft und Sonnenlicht sollten damals die Kinder von ihren Lungenleiden heilen. Die Heilstätte bot Platz für 150 junge Patienten und 150 Angestellte, die zu großen Teilen auf dem Gelände wohnten. In zwei Operationssälen wurden Lungenoperationen durchgeführt. Bis in die 1990er Jahre spielten nach wie vor Licht und Luft eine große Rolle bei der Heilung von Lungenleiden. Dazu gab es Möglichkeiten für ausgedehnte Spaziergänge auf dem Gelände und Liegekuren auf den Balkonen der Heilstätte. 1950 erhielt die Heilstätte eine eigene Sonderschule, in den 1980er Jahren anstelle der Schulbaracken ein mehrklassiges Schulgebäude. Nach 1990 als bauhistorisch beachtenswerte Anlage eingestuft, wurden in wenigen Jahren ca. elf Millionen DM für Sanierung, Modernisierung und Medizintechnik investiert, allein zwei Millionen DM für neueste Technik zur Röntgendiagnostik und Laborausstattung. Angesichts der ab 1991 sinkenden Zahl von Einweisungen kündigte Anfang 1995 ein Sprecher des Sozialministeriums der Landesregierung die Schließung der Klinik zum Jahresende an. Eltern der betroffenen Kinder gründeten eine Initiative zur Erhaltung der Fachkinderklinik. Fast 17.000 Unterschriften wurden in der Region für den Erhalt der Heilstätte gesammelt. Stadtrat, Kreistag und Landtag setzten sich für den Weiterbetrieb ein. 1996 kamen nochmals rund 10.000 Unterschriften für den Erhalt der Klinik zusammen. Trotz der Proteste erfolgte im Dezember 1997 die Ankündigung der endgültigen Schließung. Zum 30. September 1998 wurde den noch 89 Beschäftigten gekündigt. Anschließend gab es zahlreiche Versuche, die Anlage einer neuen Nutzung zuzuführen, die jedoch scheiterten.

























































