Die Lungenklinik

Bei unserem ersten Besuch konnten wir nur von außen Bilder machen, da das gesamt Areal komplett verschlossen und auch gut gesichert vor Vandalismus war. Auch der Hausmeister dreht dort regelmäßig seine Runden, um zu sehen, dass kein Unfug betrieben wird. Nach einigen Telefonaten und durch ein bisschen Vitamin „B“ , hatten wir dann aber doch das große Glück, das wir offiziell reingelassen wurden und uns fotografisch austoben durften. 😊

Manchmal hat man auch ganz viel Glück, wenn man höfflich fragt. Gab dann auch eine Flasche Wein für den Hausmeister 😊.

Die Klinik wurde Anfang des 20. Jhs errichtet und war auf Lungenkrankheiten spezialisiert. Durch den rasanten Anstieg der Industrialisierung führte in der zweiten Hälfte des 19. Jhs zu einer Verelendung vieler Arbeiter. Furchtbare Lebensbedingungen, schlechte Ernährung und mangelnde Hygiene sorgten dafür, dass sich ansteckende Lungenkrankheiten wie Tuberkulose immer mehr ausbreiteten. Erst durch die Sozialgesetzgebung von Bismarck, besserte sich ab ca. 1883 langsam die Lage. Überall in Deutschland wurden Reichsversicherungsanstalten gegründet. Diese errichteten in waldreichen Gebieten Lungenheilstätten.

Bei der Eröffnung der Anlage im Jahr 1900 wurde diese zuerst als Heim für blutarme und bleichsüchtige Rekonvaleszentinnen mit 50 Betten eröffnet. Tuberkulose wurde damals auch als Bleichsucht bezeichnet. Die Therapie bestand meist aus Ruhe, Bewegung im Freien und dem Verabreichen von Stärkungsgetränken. Nach 1918 machte die Medizin große Fortschritte, die Tuberkulose-Fälle gingen zurück. Aus der ehemaligen Heilstätte wurde ein richtiges Krankenhaus. Genug zu tun gab es für das Klinikpersonal, aber auch weiterhin. Durch den ungehemmten Tabakgenuss häuften sich die Fälle von Lungenkrebs. 1938 wurde deswegen der erste OP-Saal in Betrieb genommen.

Nach dem zweiten Weltkrieg stiegen die Zahlen von Lungenkrankheiten wieder deutlich an. Von 1958 bis 1961 entstand daher ein neuer Klinikbau, der später immer wieder modernisiert wurde um sich an die aktuellen Anforderungen anzupassen. Das alte Gelände wurde aufgegeben und in den Neubau integriert. Die letzte Nutzung der alten Anlage, war als Heim für lungenkranke Kinder, die später dann auch in den Neubau mit umzog. Nach kompletter Aufgabe als Krankenhaus, bzw. Heims wurden einige Teile der Anlage von der Gemeinde als Verwaltungsbüros genutzt sowie von einer Kindertagesstätte.

Der alte Eigentümer hat die gesamte Anlage verkauft. Es ist dort geplant ca. 80 neue Wohneinheiten entstehen zu lassen. 

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