Die Wäscherei
Es war ein schöner sonniger Tag, der wieder zu interessanten Objekten aufrief. Nach einem ausgiebigen Frühstück zogen wir los. Diesmal zu Fuß, da unsere Unterkunft in direktem Umfeld lag. Als wir unser Ziel erreichten, sahen wir den verschlossenen Haupteingang und dann noch direkt an einer stark befahrenen Hauptstraße. Auffälliger ging es hier nicht. Also mussten wir mal sehen, wie wir von hinten rankommen. Ein kleiner Spaziergang brachte uns auf die Rückseite. Wir standen ca. 5 Meter von unserem Ziel entfernt. Hier war ein Naturhindernis in Form eines Baches, der munter vor sich hinplätscherte. Links gab es die Überreste einer alten Brücke, in Form von zwei Stahlträgern. Keine Auflagen zum gehen oder ähnliches. Aber eigentlich die beste Möglichkeit trockenen Fußes dort hinzugelangen. Wir waren gerade dabei, die alte Brücke zu erklimmen, als wir auf dem Nachbargrundstück eine Gruppe von Bewohner sahen, die dort gemütlich saßen und am futtern waren. Wir waren wieder genau im Blickfeld und genau auf dem Präsentierteller. Also erstmal wieder zurück. Blieb also doch nur der Weg durch den Bach. Der erste von uns zog die Schuhe aus und setze seine Füße ins Wasser. Die Steine waren so glitschig, dass es fast zur Schwalbe kam und das schon auf dem ersten Meter. Also was soll der Geiz. Schuhe wieder an und mit den Botten und den dicken Profilsohlen ab durch die Fluten. Es dauerte nicht lange, bis die ersten Liter oben reinliefen, war jetzt aber auch egal. Was nass ist kann auch wieder trocknen. Hauptsache man geht nicht ganz baden, schon gar nicht mit der Fotoausrüstung. Drüben angekommen hatten wir zumindest alle, gewaschene Füße. 😊
Wann die Wäscherei errichtet wurde konnten wir nicht herausfinden. Wir vermuten, dass sie wohl so um 1950 errichtet wurde. Früher war hier viel Betrieb. Neben privaten Aufträgen auf den Anwohner des Ortes, wurden hier auch von den Hotels und Pensionen im Umfeld die Wäsche gewaschen und gemangelt. Dann kam irgendwann der Zeitpunkt, wo sich die touristische Entwicklung des Ortes extrem änderte. Urlauber blieben aus und viele Unterkünfte und Hotels mussten schließen. Vermutlich hat es dadurch auch die Wäscherei getroffen. Neben dem ehemaligen Wohngebäude gab es in einem Nebengebäude auch die dazugehörige Wäscherei. Wir haben auf unseren Touren ja schon viel gesehen, aber ein Fußboden der in einem Gebäude so extrem schräg hing und das im ersten Stock, war für uns auch neu. Hier dauerte es nicht mehr lange, bis der Boden in sich zusammenbricht. Somit konnten wir nur aus dem Türrahmen heraus fotografieren. Das Risiko, dass der Boden unter uns nachgibt war einfach zu groß.
Im Sommer 2023 sorgten Jugendliche dafür, dass das Haus in Rauch aufging. Ein Schaden der in den 6stelligen Bereich ging. 2025 wurde der Rest der Brandruine gänzlich abgerissen.




















