Gutshaus G

Es begab sich zu der Zeit, als ein paar verrückte Fotografen sich mal wieder auf Gutshaustour begaben. Also rein ins Auto und los ging die lustige Reise. Wir hatten an dem Tag ein paar Gutshäuser auf dem Zettel, die wir uns anschauen wollten und vielleicht hatten wir ja auch Glück, dass eine oder andere, mal von Innen zu sehen. Das interessante an dem Hobby ist ja die Recherche. Du suchst die Spots raus und machst eine Tourplanung. Wie der Zustand des Objekts ist, sieht man erst wenn man davor steht. Von den Varianten: da steht nix mehr außer einem Steinhaufen bis hin zu das ist ja schon wieder fast saniert und du kommst hier nicht rein haben wir alles schon gehabt. Das gehört halt zum Hobby dazu und so kann es auch mal passieren, dass man etliche Kilometer verbrennt ohne Ergebnis. Das gehört einfach dazu. Wenn aber die Gruppe stimmt die unterwegs ist, ist alles halb so schlimm. 😊

So auch hier bei diesem interessanten Objekt. Wir kamen in einem kleinen verschlafenen Dorf an. Das Gutshaus selber liegt etwas außerhalb mit einem sehr großen Vorplatz. Wie wir auf den ersten Blick sehen konnten, wurde hier schon mal angefangen zu sanieren. Die Außenmauern waren frei von Wildwuchs und scheinbar wurde die Fassade auch schon gestrichen. Des weiteren konnte man schnell erkennen, dass hier auch schon neue Fenster verbaut waren. Also hatten wir hier scheinbar einen Sanierungsfall und es sollte wohl bei Außenbilder bleiben. So dachten wir. Als wir um das Haus rum gingen und unsere Bilder machten, stellten wir fest, das eine Tür leicht angelehnt war. Somit konnten wir doch noch einen Blick nach Innen werfen und einige Bilder machen. Ja, das Objekt befand sich in der Sanierung. Scheinbar war aber zu unserem Zeitpunkt eine längere Pause eingelegt worden, so sah es zumindest im Inneren aus. Als wir gerade das Haus wieder verlassen wollten, hielt direkt vor dem Haus ein Reisebus. Eine ganze Gruppe von älteren Leuten stieg aus und eine Reiseleiterin erzählte wohl einiges über das Gutshaus. Na klasse, gefangen im lost Place 😊. Aber nach einer gewissen Zeit fuhren sie wieder los und wir konnten ohne Probleme unser Gefängnis verlassen. Heute befindet sich das Gutshaus wieder in Sanierung und wir wünschen den Eigentümern ein gutes Gelingen. 

Wann das Gutshaus erbaut wurde konnten wir leider nicht im Netz rausfinden. Ursprung ist vermutlich Ende des 18 Jhs. Es handelt sich hier um einen 15-achsigen Putzbau mit schlossartigem Charakter. Der Haupteingangsbereich mit Balkon wird von 4 Säulen gestützt. Das Mansardenwalmdach trägt vorn beidseitig jeweils drei Gauben und seitlich zwei größere Gauben. Die Dachmitte ziert ein mit Kupferblech verkleideter Dachreiter mit Zwiebelhaube. An der Vorderfront zwischen den Fensterreihen findet man Putzlinsen. Auf der Rückseite hin zum Garten befindet sich ein Mitteltrakt mit einer massiven seitlichen Veranda, die ebenfalls von 4 Säulen gestützt wird. Von der Gründung an lebte dort eine Familie 4 Generationen lang. 1902 erwarb ein neuer Eigentümer das Gut und ließ es in der Zeit von 1904 bis 1910 ausbauen und erweitern. Als im Jahr 1945 die Rote Armee in das Dorf einmarschierte, beging das Eigentümerehepaar Selbstmord. Nach dem Krieg wurde es als Kinderheim genutzt. Seit wann das Haus leer steht konnten wir nicht herausfinden. Wir wissen nur dass es über 20 Jahre leer stand und dem Verfall preisgegeben wurde. Der jetzige Eigentümer ist mitten in der Sanierung. Ein großer Teil ist wohl schon geschafft und er wohnt dort selber. 

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