Mausoleum von Schack

Wir besuchten ein altes neugotisches Mausoleum. Leider nur von außen, da alles verschlossen war.  Es ist die Ruhestätte der Grafen von Schack. 1756 wurde an die spätmittelalterliche Kirche eine Grabkapelle für die Patronatsfamilie angebaut. Adolf Friedrich von Schack (1815-1894) ließ dann als Besitzer der Güter Zülow, Brüsewitz und Raden eine neue Kapelle (1878) erbauen. Der in Schwerin geborene Literaturhistoriker und Kunstmäzen war für seine Liebe zu den Ländern am Mittelmeer bekannt. So ist es nicht verwunderlich, dass 'seine' Grabkapelle dortigen Sakral- und Palastbauten ähnelt. Es gab kaum einen Künstler von Bedeutung im Deutschland um 1850, der nicht freundschaftliche Beziehungen zu v. Schack gehabt hätte. Seine Liebe galt neben der Literatur vor allem auch der deutschen Malerei, was sich in einer umfangreichen Gemäldesammlung (Schack-Galerie München) äußerte. 
"Adolf Friedrich Graf von Schack war unverheiratet und kinderlos geblieben, hatte aber vier Geschwister: die Schwestern Elise (1813-1867), Bertha (1817-1854) und Klara (1836-1903) sowie den jüngeren Bruder Rudolf (1815-1906)." Dieser Bruder Rudolf hatte in erster Ehe einen Sohn, den in Rostock geborenen, aber in Zülow aufgewachsenen Offizier Ulrich Graf v. Schack (1853-1923), der wiederum seinen militärischen Dienst quittierte, eine 'Bürgerliche' heiratete und nach St. Goar am Rhein zog. Aus der Ehe stammten fünf Kinder. Das vierte, ein Junge, wurde am 3. August 1888 geboren und nach seinem Großonkel Adolf Friedrich Graf von Schack benannt. Dieser Großneffe schlug ebenfalls die Laufbahn als Berufssoldat ein und kämpfte als Hauptmann eines Garde-Regiments auf verschiedenen Kriegsschauplätzen im Ersten Weltkrieg. Nach dem Krieg wurde er Landwirt und übernahm nach dem Tod seines Vaters das Familiengut in Zülow. Infolge der Weltwirtschaftskrise wurde das Gut 1932 zwangsversteigert. Schack selbst wurde 1939 als Major wieder aktiver Offizier und nahm am Feldzug gegen Frankreich teil. Anfang 1944 wurde er an die Berliner Stadtkommandantur versetzt, sein Vorgesetzter war der Stadtkommandant Generalleutnant Paul von Hase (1895-1844). Von Hase war ein führendes Mitglied der Verschwörergruppe des 20. Juli 1944, dem Attentat auf Adolf Hitler. Von Schack wurde als Adjutant v. Hases für mitschuldig am geplanten Attentat befunden und vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt. Adolf Friedrich Graf v. Schack wurde am 15. Januar 1945, gegen 14.40 Uhr, im Zuchthaus Brandenburg-Görden erschossen. "Den letzten Wunsch des Hingerichteten, seine Asche beim Grabe seiner Eltern im Radeland in Zülow beizusetzen, konnten ihm die Kinder nicht erfüllen. Denn sie erfuhren nie, wohin die sterblichen Überreste des Vaters gebracht worden waren. 

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