Sweetheart Abbey
Der richtige Name der Abbey lautet eigentlich Abtei Dulce Cor, sie wird jedoch im Volksmund nur als Sweetheart Abbey bezeichnet.
Die Abtei am Ufer des New Abbey Pow wurde von Dervorguilla of Galloway, Tochter von Alan, Lord of Galloway, zum Gedenken an ihren Ehemann John de Balliol gegründet. Nach seinem Tod bewahrte sie sein einbalsamiertes Herz, in einem Kästchen aus Elfenbein und Silber, bis zu ihrem Tod bei sich auf. Es wurde neben ihr beigesetzt. Aus dieser tiefen Verehrung für ihren verstorbenen Mann gab sie der Abtei den Namen Dulce Cor (lateinisch für „Süßes Herz“). Ihr Sohn, ebenfalls John, wurde König von Schottland, doch seine Herrschaft war tragisch und kurz.
Unter dem ersten Abt Heinrich wurde die Abtei im frühgotischen Stil aus tiefrotem, lokalem Sandstein erbaut. Sie wurde als Tochterkloster der nahegelegenen Abtei Dundrennan gegründet; daher wurde dieses Novum Monasterium (neue Kloster) als „Neue Abtei“ bekannt.
Das unmittelbare Klostergelände erstreckte sich über 120.000 m², und Teile der umlaufenden Mauer sind noch heute zu sehen. Die Abteikirche, die der Jungfrau Maria geweiht ist misst wie alle Zisterzienserklöster 62 m, und der zentrale Turm erreichte eine Höhe von 28m.
Der Abt von Sweetheart gehörte dem Ersten Stand an und war von Amts wegen Mitglied des Parlaments. Der Zisterzienserorden – dessen Mitglieder aufgrund der weißen Kutte, die sie über ihrer Ordenskleidung trugen, gemeinhin als Weiße Mönche bekannt waren – errichtete nach seiner Gründung um 1100 zahlreiche große Abteien. Wie viele ihrer Abteien konzentrierte sich auch die Neue Abtei nicht nur auf Gebet und Kontemplation, sondern auch auf die Landwirtschaft und den Handel der Region und wurde so zum Zentrum des lokalen Lebens.
Während des Ersten Schottischen Unabhängigkeitskrieges residierte König Edward I. von England im Jahr 1300 selbst in der Abtei, während er in Galloway Feldzüge führte. Nach 50 Jahren Krieg in der Region befand sich die Abtei jedoch in einem desolaten Zustand. Der Bischof von Galloway beklagte Sweethearts „ausgesprochene und berüchtigte Armut“. Archibald Douglas, 3. Earl of Douglas (1328–1400), oft auch Archibald der Grimmige genannt, wurde zu einem bedeutenden Gönner der Abtei und finanzierte umfassende Reparaturen und den Wiederaufbau des Abteikomplexes. Die Zerstörungen, die die Abtei in späteren Zeiten erlitt, führten jedoch dazu, dass die Gräber der Gründerin und ihres Ehemannes verloren gingen.
Ab 1565 unterstellte die schottische Krone die Abtei einer Reihe von Kommentaräbten. Der letzte Zisterzienserabt war Gilbert Broun, ein Sozialist (gestorben 1612), der den katholischen Glauben auch nach der Reformation lange verteidigte. Zwischen 1578 und 1605 wurde er mehrfach der Verführung zum Katholizismus angeklagt, bis er schließlich 1605 trotz des Widerstands der gesamten Bevölkerung verhaftet und nach Edinburgh deportiert wurde, wo er vor Gericht gestellt und zur Verbannung verurteilt wurde. 1624 starb der letzte Mönch, und die Abteigebäude und -ländereien gingen in den Besitz von Sir Robert Spottiswoode, dem Sohn des Erzbischofs von St. Andrews, über, der den Titel Lord of New Abbey annahm.
Als König Karl I. 1633 das Bistum Edinburgh gründete, bat er Spottiswoode, die Ländereien von New Abbey abzutreten, die er dem neuen Bistum schenken wollte. Obwohl Spottiswoode zustimmte, erhielt er keine Entschädigung für die Ländereien. Nachdem die königliche Schenkung an das Bistum widerrufen worden war, gab der König das Anwesen 1641 an Spottiswoode zurück. Dieser wurde jedoch bald darauf ins Exil gezwungen, sodass das Anwesen im Besitz der Krone blieb.
Nach der Stilllegung der Abtei wurden viele Steine hier entfernt um die im angrenzen Dorf zum Bau von Häusern zu verwenden.
Die Ruinen der Abtei prägen heute die Skyline, und man kann sich nur vorstellen, wie sie und die Mönche das Leben im frühen Mittelalter als Bauern, Landwirte und Viehzüchter beeinflusst haben. Umgeben von fruchtbarem Weide- und Ackerland, entwickelten sie immer mehr Expertise und Systematik in ihren Anbau- und Zuchtmethoden. Wie alle Zisterzienserabteien hinterließen sie ihre Spuren nicht nur im religiösen Leben der Region, sondern auch im Lebensstil der Bauern und beeinflussten die Landwirtschaft in den umliegenden Gebieten. Zu der Abbey gehört auch noch ein alter angrenzender Friedhof, Die Grabsteine gehen bis ins 19Jhs. zurück. Details über den Friedhof konnten wir leider nicht finden.










































